Das Kommunikationsatelier, das unbekannte Wesen

Das Kommunikationsatelier, das unbekannte Wesen
27 März 2019 Claudia

Wenn ich gefragt werde, als was ich arbeite, fällt es mir immer etwas schwer zu antworten.

Ich erkläre, dass ich Freiberuflerin bin, und alle denken, dass ich  Unternehmerin bin.
Nein, stelle ich dann klar, ich arbeite freiberuflich im Bereich Kommunikation.

„Ach so, dann hast Du also eine Werbeagentur?“ mutmaßen sie dann.
Nein, sage ich, ich bin keine Agentur. Ich arbeite alleine, ich habe keine Angestellten, nicht einmal freie Mitarbeiter.

„Ja aber, was machst Du denn?“

Die kurze Antwort? Ich rede und schreibe.

Die lange Antwort: für mich ist Kommunikation ein Gewebe aus verschiedenen Fäden.
Wir kommunizieren, um Personen zu überzeugen etwas zu tun oder auch nur um sie dazu zu bringen, eine bessere Meinung von uns zu haben. Wir kommunizieren mit Menschen, die eine andere Sprache sprechen. Und wir kommunizieren, um Menschen über etwas zu informieren, das sie vorher nicht wussten.
Persuasion, Übersetzung und Information sind die drei Kommunikationsstränge, mit denen ich mich befasse, sie sind für mich gewissermaßen der rote Faden, der sich durch meine Arbeit zieht.

Konkret bedeutet das, dass ich im Bereich der Persuasion Werbe- und Promotexte schreibe, und zwar in den verschiedensten Sektoren. Entweder kreiere ich den Text direkt auf Italienisch (Copywriting, also Texten für die Werbung) oder ich adaptiere einen auf Englisch oder Deutsch gelieferten Text ins Italienische (Transcreation). In Ausnahmefällen (wie zum Beispiel hier) schreibe ich direkt auf Englisch. In diesem Fall wird der Text dann von einem Muttersprachler revidiert. Für Radio- und Fernsehspots leite ich auch die Sprachregie im Aufnahmestudio. Texterin, Transcreationsprofi[1], Leiterin Sprachregie für Synchronisation und Sprecher als auch Vortragende bei Seminaren und Konferenzen zum Thema Transcreation – ich bin all das. Da ist es natürlich einfacher zu sagen „Ich rede und schreibe“…

Aber ich rede und schreibe auch in einem anderen Kontext, nämlich beim Übersetzen und Dolmetschen, also schriftliche und mündliche Übersetzungen. Aber ich übersetze nicht alles, gleich welchen Themas. In meinem bisherigen Leben habe ich, in loser Reihenfolge: in einer Konzertagentur im Bereich Promotion gearbeitet; für verschiedene Zeitungen über Musik geschrieben; als Pressereferentin für unabhängige Künstler gearbeitet; ein deutsches Dienstleistungsbüro in Italien vertreten, das Leistungsschutzrechte eintreibt und die Lizenzabrechnungen kontrolliert; für ein englisches Unternehmen, das zu den wichtigsten in Europa gehört, 10.000 Musikstücke für Audio- und Video-Jukeboxen ausgewählt und kategorisiert – es erschien mir also logisch, mich auf den Musiksektor zu spezialisieren. Als Übersetzerin aus dem Englischen und Deutschen ins Italienische übersetze ich Bücher, Pressemitteilungen, Künstlerbiographien und sonstiges Informations- oder Werbematerial. Als Dolmetscherin aus dem Englischen ins Italienische und umgekehrt  übersetze ich hauptsächlich Interviews, Runde Tische und Pressekonferenzen.

Und schließlich kommen wir zur Information. Ich bin Journalistin  und seit 2007 im Journalisten-Fachverband eingetragen. Außer der Rezension von Platten habe ich italienische und internationale Künstler (fast) aller Musikrichtungen interviewt. Welche Namen mir hierzu einfallen? Rap: Frankie hi-nrg mc, Arrested Development. Pop: Cesare Cremonini, Take That. Jazz: Jamie Cullum, Pat Metheny. Klassik: Federica Fornabaio. Dance: Geo from Hell. Indie: Cristina Donà, Zutons. Filmmusik: Matteo Buzzanca, Yann Tiersen. Rock: Marlene Kuntz, The Styles. World music: Asa. Im Jahr 2015 habe ich außerdem mein Online-Magazine Face The Music lanciert, das vollständig aus Interviews und thematischen Playlisten besteht.
Heute schreibe ich vor allem Pressemitteilungen und Texte mit redaktionellen Ansatz für Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen.

[1] Auch wenn der Begriff zwar unmittelbar verständlich ist, gefällt mir das Wort „„Transcreator“ nicht, und benutze es daher auch nicht häufig. Der Grund dafür? Weil das impliziert, dass es sich bei Transcreation um ein anderes Berufsbild handelt als den Texter-mit-Übersetzerfähigkeiten oder den Übersetzer-mit-Texterfähigkeiten, aber das stimmt nicht.

Erscheint das alles erst einmal verwirrend? Sehen Sie dieses 90 Sekunden lange Video an – ich verspreche, danach wird Ihnen alles klarer sein.

Ich arbeite zwar mit Worten, aber die Fakten sprechen für mich: Mein Portfolio beinhaltet Arbeiten im Bereich Texten, Transcreation, Übersetzung, Dolmetschen und Journalismus.

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